Tokenisierter Fonds: xStocks bringt private Tech-Unternehmen auf Kette

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xStocks lanciert tokenisierten Fonds mit Anteilen an Anthropic, Databricks und SpaceX. Wie Schweizer Treuhänder profitieren können.
Reporting by Marc Steiner, Fintech-Analyst, SwissFinanceAI Redaktion
5000 Dollar Einstieg in Anthropic und SpaceX: Ein Fonds wird tokenisiert
Der US-Tokenisierungsanbieter xStocks hat im März 2026 einen geschlossenen Fonds auf die Blockchain gebracht, der Anteile an privaten Technologieunternehmen wie Anthropic, Databricks und SpaceX in Form von Security Token verbrieft. Über die xStocks-Plattform können Investoren erstmals ab 5000 Dollar in den Fundrise Innovation Fund einsteigen, der physische Anteile an 25 nicht-börsenkotierten Unternehmen hält und diese als handelbare Token auf der Ethereum-Blockchain repräsentiert.
Der Schritt markiert eine neue Stufe in der Asset-Tokenisierung. Investments in private Technologieunternehmen waren bisher institutionellen Anlegern und vermögenden Privatpersonen vorbehalten, die Mindestbeträge von typischerweise 100'000 Dollar oder mehr aufbringen konnten. xStocks senkt diese Schwelle um den Faktor 20 und schafft gleichzeitig einen Sekundärmarkt, auf dem Token rund um die Uhr gehandelt werden können.
Für den Schweizer Finanzplatz, der mit der SIX Digital Exchange und der DLT-Gesetzgebung bereits eigene Akzente in der Tokenisierung gesetzt hat, wirft das xStocks-Modell sowohl Chancen als auch regulatorische Fragen auf.
Drei Schichten, ein Fonds: Die Architektur hinter xStocks
Die Struktur des xStocks-Fonds folgt einem dreischichtigen Modell. Auf der untersten Ebene hält der Fundrise Innovation Fund physische Anteile an den Portfoliounternehmen. Auf der zweiten Ebene werden diese Anteile durch Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain als Security Token repräsentiert, wobei jeder Token einem Bruchteil des Fondsanteils entspricht. Auf der dritten Ebene betreibt xStocks ein dezentrales Orderbuch, über das die Token gehandelt werden.
Technisch setzt die Plattform auf Solidity-basierte Smart Contracts mit Multi-Signature-Sicherheit: Mehrere unabhängige Schlüsselinhaber müssen jede Transaktion autorisieren, bevor sie ausgeführt wird. Die Bewertung der zugrunde liegenden Vermögenswerte wird über Chainlink-Datenfeeds in Echtzeit aktualisiert. Das bietet eine deutlich höhere Transparenz als die vierteljährlichen NAV-Berechnungen klassischer Private-Equity-Fonds.
Das Startvolumen beträgt 200 Millionen Dollar, die angestrebten Renditen liegen bei 18 bis 22 Prozent jährlich. Das liegt über dem Durchschnitt für Venture-Capital-Fonds, spiegelt aber auch ein erhöhtes Risikoprofil wider: xStocks selbst schätzt, dass rund 40 Prozent der investierten Unternehmen innerhalb von fünf Jahren keinen Exit schaffen werden.
Obligationenrecht und Krypto-Verwahrung: Schweizer Hürden
Für Schweizer Treuhänder und Privatbanken, die xStocks-Token in Kundenportfolios aufnehmen möchten, sind die regulatorischen Hürden beträchtlich. Die FINMA hat 2023 klargestellt, dass Security Token unter das Eidgenössische Obligationenrecht (OR) fallen und damit denselben Vorschriften unterliegen wie klassische Wertpapiere. Das betrifft insbesondere die Risikoklassifizierung, die Eignung für den jeweiligen Kunden und die Prospektpflicht.
Drei Anforderungen stehen im Vordergrund. Die Verwahrung der Token muss durch eine FINMA-zugelassene Krypto-Bank erfolgen. Sygnum und die SIX Digital Exchange kommen dafür infrage, während ausländische Verwahrer in der Regel nicht akzeptiert werden. Die Verarbeitung von Token-Transaktionsdaten erfordert eine Prüfung der nDSG-Konformität, da beim Handel personenbezogene Daten anfallen. Und die Risikoklassifizierung der Token muss dokumentiert werden, da Private-Equity-Investments per Definition eine höhere Risikoklasse aufweisen als kotierte Wertpapiere.
Im Schweizer Markt hat die SIX Digital Exchange bereits 12 tokenisierte Fonds in der Verwahrung. Das xStocks-Modell unterscheidet sich jedoch durch die direkte Tokenisierung von Anteilen an privaten Technologieunternehmen, ein Ansatz, den in der Schweiz bislang nur die Zürcher Plattform Tokeny für Immobilienfonds umgesetzt hat.
Börsenkotierung umgehen: Was Tokenisierung Schweizer Tech-Firmen bietet
Jenseits der Anlegerseite bietet die Tokenisierung auch für Schweizer Technologieunternehmen strategische Optionen. Ein mittelgrosses Softwareunternehmen könnte 20 bis 30 Prozent seiner Anteile über eine Tokenisierungsplattform an institutionelle Investoren verkaufen, ohne den aufwändigen Weg einer traditionellen Börsennotierung zu beschreiten. Die Notarkosten für einen klassischen IPO in der Schweiz liegen zwischen CHF 50'000 und CHF 100'000, hinzu kommen Bankgebühren, Anwaltskosten und die laufenden Kosten der Börsenkotierung. Eine Tokenisierung kann den Exit-Prozess um 6 bis 12 Monate beschleunigen und die Gesamtkosten um bis zu 60 Prozent senken.
Die Liquiditätsrisiken sind allerdings nicht zu unterschätzen. Während kotierte Aktien an etablierten Börsen wie der SIX gehandelt werden und von Market Makern gestützt werden, hängt die Liquidität eines Token-Marktes von der Anzahl und Aktivität der Teilnehmer ab. Bei einem Startvolumen von 200 Millionen Dollar ist das Orderbuch von xStocks noch dünn, was zu erheblichen Spreads und Preisschwankungen führen kann.
Prüfschritte vor dem Einstieg in tokenisierte Private Equity
Finanzberater, die ihren Kunden xStocks-Token empfehlen oder ähnliche Produkte in Betracht ziehen, sollten drei Prüfschritte einplanen. Zunächst ist eine unabhängige Due Diligence der Plattform durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wie PwC oder EY erforderlich, die sowohl die FINMA-Konformität als auch die technische Sicherheit der Smart Contracts bewertet. Sodann muss für jeden Kunden ein Risikoprofil erstellt werden, das explizit die Liquiditätsrisiken, die Bewertungsunsicherheit bei privaten Unternehmen und die technologischen Risiken der Blockchain-Infrastruktur adressiert. Schliesslich braucht es eine funktionsfähige technische Infrastruktur: eine API-Verbindung zu einer FINMA-zugelassenen Krypto-Verwahrstelle und eine Integration in das bestehende Portfolio-Management-System.
Für Schweizer Anbieter, die ein eigenes Tokenisierungsmodell aufbauen wollen, bietet die Zürcher Plattform Tokenio einen Ausgangspunkt. Open-Source-Frameworks wie OpenZeppelin auf Ethereum stehen ab rund CHF 1500 pro Monat zur Verfügung, erfordern aber erhebliche technische Expertise in der Implementierung und Wartung.
Wo die FINMA noch keine klare Linie gezogen hat
Die Tokenisierung privater Unternehmensanteile ist keine disruptive Neuerung, sondern eine logische Erweiterung bestehender Blockchain-Anwendungen. Die Vorteile sind greifbar: 24/7-Handelbarkeit, Transaktionsgebühren von 0,5 Prozent statt 1,5 Prozent bei klassischen Fonds, und ein deutlich breiterer Anlegerkreis. Das grösste Hindernis liegt jedoch nicht in der Technik, sondern in der Regulierung. Die FINMA hat bislang keine klare Regelung für die Kombination aus Private Equity und Blockchain-Technologie erlassen. Solange dieser Graubereich besteht, sollten Schweizer Finanzakteure Pilotprojekte mit begrenztem Volumen bevorzugen und die regulatorische Entwicklung engmaschig verfolgen, bevor sie grössere Positionen aufbauen.
Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und basiert auf der oben verlinkten Originalquelle. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft.
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xStocks' tokenisierter Fonds wirft FINMA-Regulierung und DSG-Herausforderungen für Schweizer Treuhänder auf.
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References
- [1]NewsCredibility: 7/10Cointelegraph. "Tokenized platform xStocks brings new private shares fund on-chain." March 28, 2026.
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Originalquelle
Dieser Artikel basiert auf Tokenized platform xStocks brings new private shares fund on-chain (Cointelegraph)


