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Ethereum-Deflationsmodell im Rückblick: Warum ETH an BTC verlor und was Schweizer Finanzprofis beachten sollten

Lena MüllerLena Müller
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|6 Min Read
Ethereum-Deflationsmodell im Rückblick: Warum ETH an BTC verlor und was Schweizer Finanzprofis beachten sollten
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Analyse der Ethereum-Proof-of-Stake-Strategie, Marktbewertung und Implikationen für Schweizer…

Reporting by Marc Steiner, Fintech-Analyst, SwissFinanceAI Redaktion

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Ultrasound Money: Eine These und ihre Grenzen

Als Ethereum im September 2022 vom energieintensiven Proof-of-Work auf Proof-of-Stake umstieg, verbreitete sich unter Befürwortern der Begriff "ultrasound money". Die Idee: Durch den Wechsel würden weniger neue Ether ausgegeben, während der EIP-1559-Mechanismus Transaktionsgebühren verbrennt. Netto sollte die Gesamtmenge an Ether sinken, was deflationären Druck erzeugt und den Wert des bestehenden Angebots stärkt.

Seit diesem Pivot hat ETH gegenüber Bitcoin 65 Prozent an relativem Wert eingebüsst. Die Frage, ob das Deflationsmodell ein konzeptioneller Fehler war oder schlicht enttäuschende Ausführung, ist mehr als eine akademische Debatte. Sie hat direkte Konsequenzen für Schweizer Finanzinstitute, die Ethereum als Anlageprodukt evaluieren.

Wo das Modell scheiterte

Die Verbrennungsrate, gemessen in täglich vernichteten Ether, sank von durchschnittlich 2000 ETH im Jahr 2023 auf unter 1000 ETH im Jahr 2025. Gleichzeitig stiegen die Staking-Emissionen auf 1200 ETH pro Tag. Das Deflationsversprechen hing an einem DeFi-Boom, der sich nicht verstetigt hat. Rund 70 Prozent der ETH-Verbrennungen stammten aus DeFi-Transaktionen, die über Stablecoins abgewickelt wurden. Als das DeFi-Volumen zurückging, fiel auch die Burn-Rate.

Bitcoin operiert nach einem anderen Mechanismus. Das Halving-Protokoll reduziert alle vier Jahre die Ausschüttungsrate an Miner um die Hälfte. Dieser Mechanismus ist unveränderbar im Protokoll verankert und für jeden Marktteilnehmer seit dem Start bekannt. Er schafft Vorhersagbarkeit, einen Wert, den institutionelle Investoren höher gewichten als kurzfristige Renditeversprechen. Das erklärt, warum Fidelity Digital Assets und andere grosse Häuser 2024 ihre ETH-Positionen um 40 Prozent reduzierten, während Bitcoin-Positionen zunahmen.

Regulatorische Einordnung in der Schweiz

Die FINMA hat im Leitfaden von 2023 festgehalten, dass Ethereum nicht als Sicherheits-Token zu klassifizieren ist. Das ist eine günstige Einordnung, die den regulatorischen Zugang erleichtert. Gleichzeitig ist ETH damit als Asset ohne garantierte Rendite und mit erheblichem Volatilitätsrisiko einzustufen.

Für Treuhänder bedeutet das: ETH-Depots müssen die Staking-Risiken transparent kommunizieren. Der jährliche Verlust durch Validator-Fehlverhalten oder Smart-Contract-Angriffe kann bis zu zwölf Prozent betragen. Der Lido-Flash-Loan-Angriff von 2023 ist ein dokumentiertes Beispiel für strukturelle Verletzlichkeiten, die in Beratungsdokumenten genannt werden müssen. Unter dem Basel-III-Rahmen stufen UBS und andere Grossbanken ETH als High-Risk-Asset ein, was erhöhte Kapitalanforderungen nach sich zieht.

Schweizer Marktdynamiken

Der WisdomTree Ethereum ETF, der in der Schweiz angeboten wird, verlor 2025 rund 55 Prozent seines Werts. Bitcoin-ETFs entwickelten sich im selben Zeitraum deutlich stabiler. Diese Performancedifferenz findet Eingang in die Portfolio-Empfehlungen der grossen Schweizer Vermögensverwalter.

Gleichzeitig gewinnen Layer-2-Lösungen auf Ethereum-Basis an Adoptionskraft. Arbitrum und Optimism senken die Transaktionskosten um bis zu 70 Prozent gegenüber dem Basisnetzwerk. Das könnte mittelfristig die Netzwerkaktivität steigern und damit die Verbrennungsrate erhöhen. Die regulatorische Einschränkung der FINMA, ETH-Staking nur für institutionelle Anleger zuzulassen, begrenzt jedoch das Wachstumspotenzial im Retail-Segment.

Analytische Grundlagen für die Praxis

Treuhänder und Finanzberater, die ETH-Positionen in Mandaten halten oder prüfen, sollten auf belastbare On-Chain-Daten zurückgreifen. Glassnode liefert Echtzeit-Analysen zu Burn-Raten, Staking-Verteilung und aktivem Angebot; die Monatskosten bewegen sich im dreistelligen Frankenbereich. Chainalysis ermöglicht die Prüfung von Transaktionsmustern und Stablecoin-Abhängigkeiten für Compliance-Zwecke.

Für KMU-Finanzabteilungen gilt eine einfache Faustregel: ETH als Zahlungsmittel für Lieferantenbeziehungen birgt ein Wechselkursrisiko, das bei monatlichen Schwankungen von 30 Prozent nicht ignorierbar ist. Stablecoin-Zahlungen oder Bitcoin-Optionen für Langfristperspektiven bieten stabilere Alternativen. Ein Staking-Portfolio für ETH lohnt sich laut gängigen Kalkulationsmodellen erst ab Liquiditätsmengen von über 500'000 Franken, weil der Validierungsaufwand darunter die Ertragserwartung übersteigt.

Ethereum bleibt relevant, aber nicht uneingeschränkt

Die Enttäuschung des Deflationsmodells disqualifiziert Ethereum nicht als Investitions- und Infrastrukturasset. Das Netzwerk bleibt die führende Plattform für dezentrale Anwendungen und Tokenisierung. Laufende Upgrades unter dem Oberbegriff Surge und Splurge adressieren die technischen Schwächen. Was die Marktentwicklung zeigt, ist vielmehr, dass Wert in digitalen Assets genauso wenig durch Versprechen allein geschaffen wird wie in traditionellen Assetklassen. Schweizer Finanzprofis, die das früh verinnerlicht haben, treffen bessere Anlageentscheidungen.


Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und basiert auf der oben verlinkten Originalquelle. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft. Keine Finanzberatung.

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Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung dar. SwissFinanceAI ist kein lizenzierter Finanzdienstleister. Konsultieren Sie immer eine qualifizierte Fachperson, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen.

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Lena Müller
Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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References

  1. [1]NewsCredibility: 7/10
    Cointelegraph. "Was Ethereum 'ultrasound money' a mistake? ETH down 65% vs. BTC since pivot." March 10, 2026.

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