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Bitcoin und Tech-Aktien: Eine übertriebene Korrelation?

Lena MüllerLena Müller
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Bitcoin und Tech-Aktien: Eine übertriebene Korrelation?
Image: SwissFinanceAI / finance

NYDIG analysiert die wahre Beziehung zwischen Kryptowährung und Tech-Märkten – und was Schweizer Finanzprofis daraus lernen…

Reporting by Marc Steiner, Fintech-Analyst, SwissFinanceAI Redaktion

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Bitcoin und Tech-Aktien: Eine übertriebene Korrelation?

Wer in den vergangenen Monaten Bitcoin und den Nasdaq-Index nebeneinanderlegte, sah eine scheinbar enge Gleichläufigkeit. Beide fielen 2022, beide erholten sich 2023. Greg Cipolaro, Chief Investment Officer des US-Kryptounternehmens NYDIG, widerspricht der daraus gezogenen Schlussfolgerung: Die Bewegungsähnlichkeit sei oberflächlich und irreführend. Bitcoin und Tech-Aktien seien strukturell verschiedene Anlageklassen, die lediglich auf denselben makroökonomischen Impuls reagieren, nicht aufeinander.

Diese Einschätzung ist für Schweizer Finanzprofis aufschlussreich, denn sie berührt direkt die Frage, wie Krypto-Positionen im Portfoliokontext einzuordnen sind. Wer Bitcoin als Diversifikationsinstrument gegenüber Tech-Aktien betrachtet, irrt sich möglicherweise, wenn die Korrelation in Stresszeiten wieder ansteigt. Wer hingegen davon ausgeht, Bitcoin und Technologietitel würden eng zusammenlaufen, überschätzt möglicherweise die Abhängigkeit.

Ein gemeinsamer Treiber, zwei verschiedene Mechanismen

Die scheinbare Konvergenz beider Anlageklassen lässt sich auf einen einzigen Faktor reduzieren: die globale Liquidität. Wenn die US-Notenbank die Zinsen anhebt und die Geldmenge schrumpft, steigen die Kapitalkosten. Hochbewertete Wachstumswerte wie Technologieaktien verlieren an Attraktivität, weil ihre künftigen Gewinne mit höheren Diskontsätzen abgezinst werden. Bitcoin reagiert auf dasselbe Liquiditätssignal, aber aus einem anderen Grund: Als nicht renditefähiges Asset verliert es in einem Hochzinsumfeld gegenüber verzinslichen Alternativen an relativer Attraktivität.

Was aussieht wie eine Korrelation zweier Anlageklassen, ist in Wirklichkeit die synchrone Reaktion auf ein drittes Element: den geldpolitischen Zyklus. Ist dieser gemeinsame Treiber dominant, laufen beide Klassen im Gleichschritt. Sobald er nachlässt, treten die spezifischen Fundamentalfaktoren in den Vordergrund, und die Wege trennen sich.

Das zeigte sich deutlich in Phasen, wo Tech-Aktien unternehmensgetrieben stiegen, Bitcoin aber stagnierte. Apple legte 2023 trotz Zinserhöhungen zweistellig zu, weil Umsatz und Marge überzeugten. Bitcoin lieferte in denselben Quartalen kaum Rendite. Umgekehrt reagierte Bitcoin auf bestimmte regulatorische Ereignisse und Mining-Zyklen völlig entkoppelt von Technologieindizes.

Was das für Portfoliosteuerung bedeutet

Die Konsequenz für Schweizer Treuhänder und Vermögensverwalter ist klar: Bitcoin ist kein Proxy für Tech-Aktien und kein Ersatz für sie. Wer ein Portfolio mit sowohl hohem Tech-Anteil als auch Bitcoin-Exposition aufbaut, diversifiziert in einem normalen Marktumfeld tatsächlich. In einem Liquiditätsschock jedoch, wenn die Notenbank scharf bremst, kann die Diversifikationswirkung vorübergehend kollabieren.

Laut Swiss Bankers Association halten rund 37 Prozent der Schweizer Treuhandunternehmen Kryptowährungen in verwalteten Portfolios. Gleichzeitig bilden Technologieaktien in mehr als acht von zehn Vermögensmandaten einen substanziellen Anteil. Das macht das Zusammenspiel beider Positionen zu einem Thema, das in der Risikodokumentation nicht ignoriert werden darf.

Die FINMA erwartet von beaufsichtigten Instituten eine nachvollziehbare Bewertung aller relevanten Risikotreiber in verwalteten Mandaten. Das schliesst Korrelationsrisiken ein. Wer im Risikobericht implizit annimmt, Bitcoin und Tech-Aktien seien voneinander unabhängig, handelt genauso fahrlässig wie jener, der beide als dauerhaft synchron einschätzt. Die Cipolaro-These liefert die analytische Grundlage für eine differenziertere Einschätzung.

Regulatorische Rahmenbedingungen im Blick

Technologieaktien unterliegen in der Schweiz dem Börsengesetz. Kryptowährungen hingegen werden je nach Ausgestaltung unter dem Finanzmarktinfrastrukturgesetz, dem Bankengesetz oder den FINMA-Leitlinien für digitale Assets reguliert. Diese regulatorische Zweigleisigkeit hat praktische Auswirkungen auf Berichts-, Bewertungs- und Meldepflichten.

Ein Treuhänder, der fünf Prozent eines Mandats in Bitcoin hält, ist mit anderen Dokumentationspflichten konfrontiert als bei einer vergleichbaren Tech-Aktienquote. Die unterschiedlichen Liquiditätseigenschaften beider Klassen wirken sich zudem auf die Bewertungszyklen aus. Wer diese regulatorischen Unterschiede in der Portfoliosteuerung nicht sauber abbildet, riskiert Compliance-Lücken.

Für KMU-Finanzleiter, die Unternehmensreserven diversifizieren, ist Cipolaros Befund ebenfalls praxisrelevant. Die Entscheidung, Bitcoin in die Bilanz aufzunehmen, sollte nicht davon abhängen, ob man bereits Technologieaktien hält. Die Risikoprofile sind verschieden, die Liquiditätseigenschaften unterscheiden sich erheblich, und die steuerliche Behandlung folgt anderen Regeln.

Cipolaro hat keine endgültige Antwort auf die Frage der Korrelation geliefert, denn die Datenlage ist zu volatil und zu kontextabhängig. Aber er hat ein nützliches Korrektiv gegen eine vorschnelle Gleichsetzung geliefert, die in der Anlageberatung immer wieder auftaucht. Schweizer Finanzprofis tun gut daran, dieses Korrektiv in ihre Analyseprozesse einzubauen.


Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und basiert auf der oben verlinkten Originalquelle. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft. Keine Finanzberatung.

🇨🇭 Schweizer Perspektive

Die Analyse von NYDIG hat direkte Relevanz für Schweizer Treuhänder, die unter FINMA-Regulierung Kryptowährungen und Tech-Aktien kombinieren.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung dar. SwissFinanceAI ist kein lizenzierter Finanzdienstleister. Konsultieren Sie immer eine qualifizierte Fachperson, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen.

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Lena Müller
Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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Originalquelle

Dieser Artikel basiert auf Bitcoin correlation with tech stocks overblown: NYDIG (Cointelegraph)

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